Kurz gesagt
Bring deinen Welpen direkt nach dem Aufwachen, nach dem Fressen und Trinken und nach dem Spielen nach draußen, immer an dieselbe Stelle. Lobe ihn genau in dem Moment, in dem er sich löst. Missgeschicke wischst du kommentarlos weg. Welpen unter zwölf Wochen müssen laut VDH etwa alle eineinhalb bis zwei Stunden raus.
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Warum dein Welpe es noch nicht halten kann
Ein junger Welpe hat seine Blase noch nicht im Griff. Er merkt oft erst im letzten Moment, dass er muss, und dann passiert es genau dort, wo er gerade steht. Mit Trotz oder Bosheit hat das nichts zu tun.
Der Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) nennt Richtwerte, wie lange Welpen ungefähr durchhalten: unter zwölf Wochen etwa eineinhalb bis zwei Stunden, mit zwölf bis sechzehn Wochen etwa drei Stunden, mit sechs Monaten etwa fünf Stunden. Das sind Durchschnittswerte, dein Welpe kann davon abweichen. Manche Hunde sind laut VDH fast von Anfang an sauber, andere brauchen sechs Monate oder länger.
Die gute Nachricht: Welpen müssen zu ziemlich vorhersehbaren Zeiten. Wer diese Momente kennt, ist meistens schneller an der Tür als die Pfütze auf dem Boden.
Der Rhythmus: Schlafen, Fressen, Spielen, raus
Fachquellen nennen übereinstimmend dieselben Auslöser. Der Tierverhaltensmediziner Urs Luescher rät, Welpen nach dem Aufwachen, nach dem Fressen und Trinken, nach Bewegung und Spiel und dazwischen häufig hinauszubringen. Der VDH ergänzt, dass gerade ausgelassenes Spiel die Verdauung anregt.
So kann ein Tag aussehen, wenn du ihn an diesen Momenten ausrichtest:
| Moment | Was du tust | Warum |
|---|---|---|
| Aufwachen (morgens und nach jedem Nickerchen) | Sofort raus, kleine Welpen notfalls tragen | Nach dem Schlafen ist die Blase voll |
| Nach dem Fressen und Trinken | Kurz danach an die gewohnte Stelle | Futter und Wasser regen den Darm und die Blase an |
| Nach dem Spielen | Spiel beenden, raus, erst dann Ruhe | Bewegung bringt alles in Gang |
| Zwischendurch | Nach Alter des Welpen raus, auch ohne Anzeichen | Er meldet sich anfangs oft zu spät |
| Vor dem Schlafengehen | Eine letzte ruhige Runde | Die Nacht beginnt mit leerer Blase |
Achte zusätzlich auf seine Körpersprache. Unruhe, Schnüffeln am Boden mit gesenktem Kopf und Kreiseln zeigen an, dass es gleich so weit ist. Dann gilt: nicht fragen, sondern sofort raus.
So übst du Stubenreinheit Schritt für Schritt
- Eine feste Lösestelle wählen. Geh immer zur selben Stelle, am besten auf Gras oder Erde, denn natürlichen Untergrund bevorzugen viele Welpen. Der vertraute Geruch hilft ihm, schneller zu verstehen, wofür ihr dort seid.
- Draußen langweilig bleiben. Steh ruhig an der Leine, sprich wenig und spiel noch nicht. Ein Welpe, der sofort Ball spielen darf, vergisst schnell, weshalb er eigentlich draußen ist.
- Im richtigen Moment loben. Lobe ihn ruhig, während er sich löst oder unmittelbar danach, gern mit einem kleinen Leckerchen. Lob an der Haustür kommt zu spät, dann weiß er nicht mehr, wofür es war.
- Drinnen im Blick behalten. Beobachte ihn in den ersten Wochen möglichst ständig. Wenn du kurz nicht hinschauen kannst, hilft ein kleiner, sicherer Bereich mit Spielzeug und Wasser, statt dass er unbeaufsichtigt durch alle Zimmer läuft.
- Missgeschicke still beseitigen. Wisch die Stelle kommentarlos weg und nimm einen geruchsneutralisierenden Reiniger. Bleibt Geruch zurück, sucht er dieselbe Ecke gern wieder auf.
Nachts: kurz, ruhig, langweilig
In den ersten Wochen musst du nachts wahrscheinlich aufstehen. Der VDH beschreibt nächtliche Einsätze ausdrücklich als normal. Schläft dein Welpe in deiner Nähe, wie es der VDH für die ersten Nächte empfiehlt, hörst du sein Fiepen, bevor etwas passiert.
Trag ihn dann raus, warte, lobe kurz und bring ihn zurück ins Bett. Kein Spiel, kein langes Gespräch, wenig Licht. So bleibt die Nacht eine Zeit zum Schlafen und wird nicht zum zweiten Spielnachmittag.
Eine verschlossene Box als Nachtlager ist keine Abkürzung. Laut einem Fachbeitrag im Deutschen Tierärzteblatt (2022) zwingt die Box den Welpen bei zu langem Verbleib, auf seinem Liegeplatz auszuscheiden, und das Bundeslandwirtschaftsministerium hat die nächtliche Unterbringung von Welpen in Zimmerkäfigen schon 2016 als unzulässig bezeichnet.
Typische Fehler, die das Training bremsen
Schimpfen oder die Nase hineindrücken. Der VDH nennt Schimpfen bei Missgeschicken unangebracht. Luescher erklärt, dass Welpen zuerst Situationen mit Erfahrungen verknüpfen: Dein Welpe lernt dann nicht „nicht drinnen“, sondern „nicht vor meinem Menschen“ und sucht sich zum Lösen eine versteckte Ecke.
Zu viel Freiheit zu früh. Ein Welpe, der stundenlang allein durch die ganze Wohnung läuft, findet viele Stellen, die du nicht siehst. Das sieht dann aus wie ein Rückschritt, ist aber nur eine Frage der Aufsicht.
Windeln und Hundeklo als Dauerlösung. Das Merkblatt Nr. 199 der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz (TVT) bezeichnet Windeln bei nicht stubenreinen Welpen als tierschutzwidrig. Eine Hundetoilette in der Wohnung ersetzt laut TVT nicht den Auslauf im Freien.
Futter nach Gefühl statt nach Plan. Wer zu wechselnden Zeiten füttert, kann schlecht abschätzen, wann der Welpe wieder muss. Feste Futterzeiten machen den Tag berechenbarer, Wasser steht aber immer zur Verfügung.
Mehr zum Ankommen, zum Schlafplatz und zum ersten Tierarzttermin findest du im Ratgeber Die erste Woche mit dem Welpen. Was du vorher besorgen solltest, steht auf der Welpen-Checkliste zum Ausdrucken.
Wann die Tierärztin draufschauen sollte: Der Deutsche Tierschutzbund rät zum Tierarztbesuch, wenn ein Welpe trotz konsequenten Trainings nach zwei bis vier Wochen gar keine Fortschritte macht, denn Unsauberkeit kann auch organische Ursachen haben. Ruf auch an, wenn er auffällig oft kleine Mengen absetzt, beim Lösen jammert oder du Blut bemerkst.
Häufige Fragen
Wie lange dauert es, bis ein Welpe stubenrein ist?
Das ist sehr unterschiedlich. Laut VDH sind manche Hunde fast von Anfang an sauber, andere brauchen bis zu sechs Monate oder länger. Entscheidend ist, dass du Fortschritte siehst: weniger Missgeschicke, längere Abstände, erste Signale an der Tür.
Darf ich schimpfen, wenn er in die Wohnung macht?
Nein. Schimpfen verbindet dein Welpe mit dir, nicht mit der Pfütze, und lernt im ungünstigsten Fall, sich vor dir zu verstecken. Erwischst du ihn mitten dabei, nimm ihn ruhig hoch und bring ihn raus, alles andere wischst du kommentarlos weg.
Mein Welpe macht draußen nichts und drinnen sofort. Was tun?
Oft ist es draußen zu aufregend: Autos, Gerüche, andere Hunde. Such dir eine ruhigere Stelle, warte länger und spiel nicht. Hat er draußen nichts gemacht, behalte ihn drinnen eng im Blick und geh nach einigen Minuten noch einmal raus.
Muss ich nachts aufstehen?
In den ersten Wochen meistens ja, nächtliche Runden sind laut VDH normal. Halte sie kurz und ruhig. Schläft dein Welpe länger durch, lässt du die zusätzliche Runde nach und nach weg.
Hilft eine Welpenunterlage oder ein Hundeklo?
Als Notlösung für einzelne Situationen vielleicht, als Training eher nicht. Die TVT weist darauf hin, dass eine Hundetoilette in der Wohnung den Auslauf im Freien nicht ersetzt, und dein Welpe lernt dabei, dass drinnen erlaubt ist.
Quellen
- Stubenreinheit. Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), Welpenratgeber. Abgerufen am 07.10.2026.
- Die Verhaltensentwicklung des Hundes. Urs A. Luescher, Handout der Veterinärmedizinischen Universität Wien, 2012. Abgerufen am 07.10.2026.
- Die Haltung von Hunden: Tipps und Infos. Deutscher Tierschutzbund e. V. Abgerufen am 07.10.2026.
- Verwendung von verschließbaren Hundeboxen im Alltag. Deutsches Tierärzteblatt 3/2022, Bundestierärztekammer. Abgerufen am 07.10.2026.
- Merkblatt Nr. 199: Tierschutzwidriges Zubehör für Hunde. Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e. V., Stand 2026. Abgerufen am 07.10.2026.
- Einzug des Welpen. Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), Welpenratgeber. Abgerufen am 07.10.2026.