Ein Welpe lernt in seinen ersten Lebensmonaten schneller als je wieder danach. Je nach Quelle endet die sensible Sozialisierungsphase zwischen der 12. und der 20. Lebenswoche, und ein guter Teil davon fällt in die Zeit, in der er schon bei dir lebt. Was er jetzt an Menschen, Geräuschen, Orten und anderen Hunden kennenlernt, prägt, wie gelassen er später durch den Alltag geht.
Das klingt nach Druck, ist aber vor allem eine Chance. Du brauchst dafür keinen perfekten Plan und keine Liste mit hundert Reizen, die abgehakt werden müssen. Du brauchst Ruhe, einen festen Tagesablauf und ein paar Antworten auf die Fragen, die fast jeder Welpenhalter in den ersten Wochen hat.
Alle Welpen-Ratgeber im Überblick
Was in den ersten Wochen wirklich zählt
Ruhe ist Training. Die Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz (TVT) betont, dass Welpen einen geregelten Tagesablauf mit ungestörten Ruhephasen brauchen. Ein Welpe, der genug schläft, lernt leichter, beißt weniger und kommt schneller an.
Dabei sein statt allein sein. Laut TVT gehören Welpen von Anfang an ins Familienleben und dürfen keinesfalls isoliert gehalten werden. Die Tierschutz-Hundeverordnung schreibt für Welpen bis zur 20. Lebenswoche mindestens vier Stunden Umgang mit einer Betreuungsperson pro Tag vor.
Viel erleben, aber nicht zu viel. Der VDH rät, Welpen behutsam an ihre Umwelt heranzuführen. Reizüberflutung kann zu Ruhelosigkeit führen, deshalb wächst die Welt deines Welpen Schritt für Schritt.
Kleine Übungen, oft wiederholt. Erziehung beginnt laut VDH mit der Reaktion auf den Namen und dem Blickkontakt. Mehrmals täglich kurz üben, vier bis fünf Wiederholungen genügen.
Freundlich statt streng. Strafen, Schnauzengriff oder schmerzhafte Hilfsmittel haben in der Welpenerziehung nichts verloren. Der Tierverhaltensmediziner Urs Luescher beschreibt, dass Bestrafung Welpen nervös und ängstlich machen kann.
Welche Reihenfolge sinnvoll ist
Die meisten Fragen kommen ungefähr in derselben Reihenfolge. Vor dem Einzug hilft die Checkliste, in den ersten Tagen der Ratgeber zur ersten Woche. Danach stehen Stubenreinheit und Beißen fast gleichzeitig im Mittelpunkt, etwas später das Alleinbleiben.
Mit etwa sechs Monaten beginnt bei den meisten Hunden die Pubertät. Wer dann weiß, was auf ihn zukommt, nimmt den plötzlich „tauben“ Junghund deutlich gelassener. Alle weiteren Themen für den erwachsenen Hund findest du in den Ratgebern zur Hundeerziehung.
Häufige Fragen
Ab wann sollte mein Welpe in die Welpenschule?
Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit empfiehlt, dem Welpen nach dem Abholen etwa eine Woche zur Eingewöhnung zu geben und danach regelmäßig eine gute Welpenschule zu besuchen. Welcher Impfschutz für die Gruppe nötig ist, klärst du mit deiner Tierarztpraxis. Woran du eine gute Gruppe erkennst, steht im Ratgeber Welpenschule online oder vor Ort.
Wann darf ein Welpe von der Mutter weg?
Nach der Tierschutz-Hundeverordnung frühestens im Alter von über acht Wochen. Der Deutsche Tierschutzbund hält neun bis elf Wochen für ideal.
Wie viel Zeit braucht ein Welpe am Tag?
Viel, vor allem am Anfang. Die Tierschutz-Hundeverordnung nennt für Welpen bis 20 Wochen mindestens vier Stunden täglichen Umgang mit einer Betreuungsperson. Dazu zählen Spiel, Ansprache, Pflege und Versorgung.
Kann ich einen Welpen auch ohne Hundeschule erziehen?
Viele Grundlagen lassen sich zuhause üben, etwa Name, Blickkontakt, Stubenreinheit und erste Signale. Den Kontakt zu gleichaltrigen Hunden ersetzt das aber nicht, dafür ist eine gut geführte Welpengruppe da.
Quellen
- Merkblatt Nr. 197: Aufnahme eines Hundes. Tierärztliche Vereinigung für Tierschutz e. V., Stand 10/2025. Abgerufen am 07.10.2026.
- Welpen sozialisieren. Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), Welpenratgeber. Abgerufen am 07.10.2026.
- Welpen erziehen. Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH), Welpenratgeber. Abgerufen am 07.10.2026.
- Wir schaffen uns einen Welpen an: was ist besonders zu beachten? Bayerisches Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit, Stand 2006. Abgerufen am 07.10.2026.
- Die Verhaltensentwicklung des Hundes. Urs A. Luescher, Handout der Veterinärmedizinischen Universität Wien, 2012. Abgerufen am 07.10.2026.
- Die Haltung von Hunden: Tipps und Infos. Deutscher Tierschutzbund e. V. Abgerufen am 07.10.2026.
- § 2 Tierschutz-Hundeverordnung. Bundesministerium der Justiz. Abgerufen am 07.10.2026.